59-Jährige hat die Beauftragung für den Trauer- und Begräbnisdienst erhalten

Pfarrer Philip Peters (links) und Diakon Norbert Gerding stehen Silvana Krause zur Seite, wenn sie über ihre Erfahrungen reden möchte oder Fragen hat.
(Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Wenn Silvana Krause ihr helles Gewand mit den dezenten gelben und schwarzen Streifen anlegt und vor die Gemeinde tritt, wird sie zumeist in traurige Gesichter blicken. Die Gesichter von Menschen, die gerade einen Angehörigen, einen Freund verloren haben. Silvana Krauses Aufgabe ist es, mit ihren Worten an die verstorbene Person zu erinnern, den Hinterbliebenen so Trost zu spenden. Sie wird es auch sein, die am Grab die letzten Worte spricht.

„Dieser Dienst ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt die 59-Jährige aus Reichswalde. Seit vielen Jahren ist sie aktiv in der Pfarrei Zur Heiligen Familie in Materborn, engagiert sich, wo sie kann. „Wenn meine Hilfe gebraucht wird, bin ich da“, betont sie. Als sie sich vor einiger Zeit entschied, aus ihrem Beruf auszusteigen, war es eine ehemalige Klassenkameradin, die ihr riet, sich zur Beerdigungsleiterin ausbilden zu lassen. Nach einem Gespräch mit Propst Johannes Mecking, zu der Zeit noch Pfarrverwalter in Materborn, stand ihr Entschluss fest: „Das würde ich gerne machen.“

Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bistum Münster belegten schließlich den Ausbildungskurs zum Trauer- und Begräbnisdienst für Freiwillige. In sechs Modulen haben sie sich mit dem eigenen Glauben sowie mit dem kirchlichen Verständnis von Tod und Auferstehung auseinandergesetzt und rechtliche Grundlagen zur Beerdigung gelernt. Sie haben den Ablauf von Begräbnisfeiern ebenso kennengelernt wie das Bestattungsgesetz. In Rollenspielen wurden sie ganz praktisch auf Trauergespräche und -ansprachen vorbereitet. Eine Zeit, die Silvana Krause positiv in Erinnerung geblieben ist: „Ich bin restlos begeistert von dem, was dort vermittelt wurde. Zudem hat der Kurs hervorragend zusammengepasst, wir haben uns gegenseitig immer geholfen und, wenn nötig, auch gestützt.“

Dass sie in Krisenzeiten gut zuhören kann und im entscheidenden Moment die richtigen Worte findet, wusste sie schon vorher, doch die Ausbildung hat ihr noch mehr Sicherheit gegeben. In den vergangenen Wochen hat sie Seelsorger aus der Pfarrei zu Trauergesprächen begleitet und war bei Beerdigungen dabei – soweit das unter den Auflagen der Corona-Pandemie möglich war. Nun ist sie selber in der Lage, Beerdigungen zu leiten. Ihrer Verantwortung ist sie sich bewusst: „Jede Beerdigung ist eine Besonderheit, die viele Stunden Vorbereitung verlangt. Wenn ich aus der Sakristei komme, möchte ich den Trauernden sinnbildlich die Hand reichen, um sie beim Abschied ihres geliebten Menschen zu begleiten.“

Über ihre Erfahrungen kann sie nicht nur mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihres Ausbildungskurses reden, sondern auch mit den Seelsorgern in ihrer Pfarrei. So hat auch Diakon Norbert Gerding schon Beerdigungen geleitet, vor zwei Jahren hat Willi Quartier die Beauftragung zum Trauer- und Begräbnisdienst erhalten. Und auch Pfarrer Philip Peters steht ihr bei Fragen Rede und Antwort. Er begrüßt die Ausbildung ausdrücklich: „Das ist eine gute Sache. Wenn ein Mensch mitten aus der Gemeinde zu Trauernden kommt, dann ist das eine Möglichkeit, ihnen eine Hand zu reichen und sie zu stützen. Für die meisten ist es unerheblich, ob das ein Priester ist oder ein Gemeindemitglied, das diesen Dienst ehrenamtlich ausführt.“ Die Leitung von Beerdigungen setze kein Weihe-Amt voraus, erklärt er, „Tote zu bestatten gehört zu den sogenannten Werken der Barmherzigkeit und ich finde es sehr wichtig, dass dieser Dienst aus der Gemeinde übernommen wird.“ Wer in Materborn eine Beerdigung leitet, entscheidet das Team jeweils nach Terminlage, dabei werden die Wünsche der Trauernden berücksichtigt.

Quelle: PBM

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