Stellungnahme des Kreiskomitees - Aufstehen für Gerechtigkeit

Aufstehen für Gerechtigkeit  - Kreiskomitee der Katholiken im Kreisdekanat Kleve spricht sich für menschenwürdige Arbeits- und Lebensumstände aus

Auf der letzten Vollversammlung des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Kleve hat sich die Vollversammlung mit dem Problem prekärer Arbeitsverhältnisse beschäftigt und dafür Herrn Prälat Peter Kossen aus Lengerich als Referenten gewinnen können. Schon das Thema, das er seinen Ausführungen gab, machte deutlich, wie erschreckend die Problematik ist: „Menschen werden verschlissen und entsorgt“.

Aus eigener Anschauung berichtete Prälat Kossen von empörenden Praktiken, wie insbesondere in der Fleischindustrie, aber auch in anderen Bereichen, Arbeitskräfte vor allem aus Osteuropa ausgenutzt, in menschenunwürdigen Behausungen untergebracht und bis zur Erschöpfung zur Arbeit angehalten werden. Arbeitgeber umgehen Mindestlöhne mit Werkverträgen und weit überhöhten Mieten, die sie selbst kassieren. Mangelnde Sprachkenntnisse und Unkenntnis ihrer rechtlichen Möglichkeiten lassen den Entrechteten keine Chance, sich zu wehren.

Angesichts solcher Mißstände fragte Prälat Kossen provozierend: „Was tut die Kirche für Gerechtigkeit und gegen moderne Sklaverei?“ und wir mussten feststellen, dass von offizieller kirchlicher Seite kritische Stellungnahmen und erst recht konkrete Maßnahmen fehlen.

Dabei ist es die ureigenste Botschaft des Evangeliums, sich für Wehrlose und Ausgebeutete einzusetzen, Ungerechtigkeiten anzuprangern und eine Öffentlichkeit zu schaffen, die Mißstände sieht und sich dagegen empört. Die Christliche Soziallehre und Mahnschreiben von Papst Franziskus verpflichten die Christen, alles Erdenkliche zu tun, um diesen Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen.
Mit Interesse und Genugtuung hat der Vorstand des Kreiskomitees zur Kenntnis genommen, dass Prälat Kossen nun die „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ gegründet hat. Er wünscht diesem Verein viel Erfolg in seinem Bemühen, Arbeitnehmern aus Osteuropa menschenwürdige Arbeits- und Lebensumstände zu beschaffen. Er wünscht ihm ferner eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit, aus vielen kirchlichen Gruppierungen und Verbänden und nicht zuletzt, dass sich offizielle katholische Gremien mit ihm solidarisieren.

Wir vermissen eine öffentliche Stellungnahme der deutschen Bischöfe. Ein deutliches Wort von ihnen würde die vorbildliche Arbeit von Prälat Kossen und seiner Mitstreiter anerkennen und effektiver machen.
Darüber hinaus sollte sich jeder fragen, was er für sich tun kann, um sich mit diesen ausgebeuteten Menschen zu solidarisieren und ihnen konkret zu helfen. Auch eine Spende an die „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ kann eine solche Hilfe sein.

Kleve, den 13. Februar 2019
Der Vorstand des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Kleve.


Kreiskomitee der Katholiken
Das „Kreiskomitee der Katholiken im Kreisdekanat Kleve“ ist der Zusammenschluss von Laien auf Kreisdekanatsebene. Ihm gehören Vertreter aus katholischen Verbänden und Organisationen, aus der Kreisdekanatsversammlung sowie weitere katholische Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft an.
Die Laienvertretung will "Stimme der Kirche" in Politik und Gesellschaft sein. Gleichzeitig will sie innerkirchlich die Anliegen der Laien artikulieren und das kirchliche Leben im rund 190.000 Katholiken zählenden Kreisdekanat Kleve mitgestalten.
Vorsitzender ist Edmund Raadts, Kleve.

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