Generalvikar ermuntert Pfarreien, über neue Leitungsmodelle nachzudenken

Zum Gespräch mit Dr. Klaus Winterkamp (3. v. r.) waren auch Wallfahrtsrektor Gregor Kauling, Ursula Kertelge vom Bildungsforum, Karl Borkes, Johannes Mecking und Hubert Lemken gekommen. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Dr. Klaus Winterkamp zu Gast bei der Kreisdekanatsversammlung in Kevelaer!
Seit einem halben Jahr ist Dr. Klaus Winterkamp als Generalvikar im Bistum Münster der Stellvertreter von Bischof Dr. Felix Genn. Über seine Erfahrungen aus den ersten sechs Monaten hat er am 3. April 2019 im Kevelaerer Priesterhaus bei der Versammlung des Kreisdekanats Kleve berichtet. Dazu waren Vertreter aus Pfarreiräten, Kirchenvorständen und verschiedener Institutionen in die Wallfahrtsstadt gekommen.
Winterkamp nahm in seinem Bericht kein Blatt vor den Mund. Das beherrschende Thema sei der Missbrauchsskandal in der Kirche gewesen, damit einhergehend die Aufarbeitung der sogenannten MHG-Studie, die sich mit diesem Thema befasst. „Das wird mich auch weiterhin beschäftigen“, sagte er. Das Bistum habe mit Peter Frings nun jedoch einen Interventionsbeauftragten, der das gesamte Thema künftig koordiniert. Auch weiterhin wird es im Bistum Münster Präventionsschulungen für die Beschäftigten geben, außerdem stellen alle Pfarreien und Institutionen des Bistums ein Institutionelles Schutzkonzept auf. „Das sind gute und vernünftige Wege, die erheblich zur Sensibilisierung beitragen“, erklärte der Generalvikar.
Er betonte, dass die Kirche eine neue Bewertung der Sexualität vornehmen müsse. „Sonst wird das für den kirchlichen Bereich dramatische Folgen haben“, warnte er und wies auf die schon jetzt hohen Austrittszahlen hin. Insgesamt gebe es eine große Unzufriedenheit über den Umgang der Kirche mit den anstehenden Themen. Dazu gehöre auch die Rolle der Frau in leitenden Positionen.
„Wir müssen über neue Leitungsmodelle nachdenken“, sagte der Generalvikar und wies direkt darauf hin, dass es womöglich keine einheitliche Lösung für alle Pfarreien in den unterschiedlich geprägten Regionen des Bistums geben kann. „Da müssen wir vor Ort ausprobieren, was funktioniert“, erklärte er. Winterkamp ermutigte die Pfarreien, ihre Ideen und Erfahrungen in den Prozess einzubringen. Er stellte jedoch auch klar: „Eine Pfarrei, die das nicht will, muss kein neues Modell entwickeln. Die Frage nach der Leitung wird sich in Zukunft aber immer mehr stellen.“
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, ausführlich mit dem Generalvikar zu diskutieren. Dabei gab es zunächst Dank für eine „glasklare Analyse der derzeitigen Situation“, die eine Teilnehmerin Winterkamp attestierte. Es wurde jedoch auch über „Frust“ berichtet, weil viele Prozesse nur sehr langsam ablaufen oder ausgebremst würden. Die Erwiderung des Generalvikars war eindeutig: „Werfen Sie nicht die Flinte ins Korn und machen Sie weiter mit den Experimenten.“
Emotional wurde es zum Schluss der Versammlung. Karl Borkes, der das Kreisdekanat im Diözesanrat vertritt, ergriff das Wort, um sich bei Kreisdekanatsgeschäftsführer Hubert Lemken zu bedanken. Lemken tritt im Laufe des Jahres in den Ruhestand und wurde bei der Kreisdekanatsversammlung mit stehenden Ovationen verabschiedet. Die „offizielle Verabschiedung“, betonte Kreisdechant Johannes Mecking, sei das aber noch nicht gewesen. Diese ist für Donnerstag, 27. Juni 2019 geplant. (pbm/cb)

Termine 2019

Samstag, 31.08.2019, 12 - 18 Uhr
Messdienertag am Niederrhein, Gaesdonck, Goch

Freitag, 06.09.2019, 19 Uhr
Familiengottesdienst zur Eröffnung der Schöpfungszeit im Kreis Kleve, Nierswelle Goch

21.09. - 25.09.2019
Flugpilgerreise nach Lourdes

Aktuelles

Der Geschäftsführer des Kreisdekanates Hubert Lemken geht in den Ruhestand
Über 32 Jahre hat Hubert Lemken mit  großer Kompetenz und eindrucksvollem Engagement als Geschäftsführer das Leben und die Geschichte des Kreisdekanates Kleve sowie des Bildungsforums Kleve mitgestaltet.
Nun möchte er zum 01. Juli 2019 in den Ruhestand gehen.
Wir sind Hubert Lemken sehr dankbar und möchten diesen Dank und unsere guten Wünsche in einem Abschiedsgottesdienst zum Ausdruck bringen. Dieser beginnt am Donnerstag, 27. Juni 2019, um 18:00 Uhr mit einer Eucharistiefeier in der Stiftskirche St. Mariä Himmelfahrt an der Kapitelstraße in Kleve, die unser Weihbischof Rolf Lohmann feiern wird.

 

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