Christine Graven kennt die Ferienfreizeiten auf Ameland fast so lange, wie sie sich erinnern kann. Mit gerade einmal sieben Jahren war sie 2012 zum ersten Mal im Ferienlager St. Mariä Himmelfahrt Kleve dabei – als jüngstes Kind, zusammen mit ihrer Mutter, damals Kochfrau, und ihren Geschwistern. Heute, im Alter von 20 Jahren, nimmt sie nicht mehr nur teil, sondern gestaltet mit: Zum ersten Mal gehört sie in diesem Sommer dem Pastoralteam des Bistums Münster an – ein Team von jungen Erwachsenen, das während der nordrhein-westfälischen Sommerferien die kirchlichen Ferienfreizeiten auf der niederländischen Nordseeinsel begleitet.
In den zurückliegenden drei Jahren war Christine Graven, genannt „Tine“, schon als Betreuerin im Wisseler Ferienlager dabei und hat in dieser Zeit erste Kontakte zum Pastoralteam geknüpft. „Als ich angesprochen wurde, ob ich mir vorstellen könnte, in diesem Jahr Teil des Teams zu sein, war für mich schnell klar: Das möchte ich machen.“
In den ersten beiden Wochen bildet sie gemeinsam mit Pfarrer Karsten Weidisch, Pascal Langer, Helena Fiedler und Gereon Hollstegge das erste von drei wechselnden Teams. Ihre Aufgabe: da sein, zuhören, begleiten. „Wir feiern Gottesdienste mit den Lagern, besuchen sie vor Ort, hören zu, wenn etwas nicht rund läuft, und vernetzen die Gruppen untereinander“, erklärt die Lehramtsstudentin aus Münster, die dort Gesundheitswissenschaften und Biologie studiert. Die fünfte und sechste Ferienwoche wird sie wieder auf Ameland verbringen – dann zum vierten Mal als Betreuerin im Amelandlager der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt Kleve.
Etwa 5.000 Kinder und Jugendliche aus dem Bistum Münster verbringen jedes Jahr ihre Sommerferien in kirchlicher Trägerschaft auf Ameland. Die Rolle des Pastoralteams ist dabei längst unverzichtbar: „Wir sprechen auf Augenhöhe mit den Betreuenden und Kindern – das macht viel aus“, sagt Tine Graven. Dabei ist es ihr besonders wichtig, jungen Menschen einen positiven Zugang zum Glauben zu ermöglichen: „Viele erleben zu Hause kaum noch einen lebendigen Glauben. Aber wenn wir hier Gottesdienste feiern, die wirklich ansprechen – kreativ, fröhlich, mit Musik und Mitmachen – dann merken die Kinder plötzlich: Kirche kann auch Freude machen.“
Die Gottesdienste sind vielfältig: Mal in der Clemenskirche in Nes, mal am Strand oder direkt auf dem Lagerhof. Zwischen Liedern, Gebeten und kurzen Impulsen geht es darum, die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen zu treffen – auch mit Elementen wie kleinen Videoclips, Mitmachaktionen oder persönlichen Erfahrungen – in diesem Jahr passend zum Motto der Saison „Freundschaft, die zusammenhält“.
Was ihr am Team gefällt? „Wir sind alle verschieden, aber wir arbeiten richtig gut zusammen. Man fühlt sich getragen und hat das Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun.“ Das rote T-Shirt mit dem Aufdruck „Pastoralteam“ ist auf der Insel inzwischen ein vertrauter Anblick. Und genau das macht für Christine Graven auch den Reiz aus: „Wir sind ansprechbar. Ob jemand nur mal kurz eine Frage hat, eine Idee besprechen will oder jemanden zum Reden braucht – wir sind da.“
Text: Bischöfliche Pressestelle
Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
24.07.2025