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Stephan Billen erhält hohe Auszeichnung für sein ehrenamtliches Engagement

Weihbischof Rolf Lohmann (links) hat Stephan Billen im Namen von Bischof Felix Genn die Paulusplakette überreicht. Es ist die höchste Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement im Bistum Münster.

Der Applaus scheint gar kein Ende nehmen zu wollen. Wer genau hinschaut, sieht, dass Stephan Billen zwar lacht, aber auch mit Tränen der Rührung kämpfen muss. In seinen Händen hält er eine Schatulle mit der Paulusplakette – es ist die höchste Auszeichnung, die Bischof Dr. Felix Genn kirchlichen Laien für ehrenamtliches Engagement im Bistum Münster verleihen kann. Billen steht im Altarraum der St.-Stephanus-Kirche in Hasselt, die nun als Kinder- und Jugendkirche genutzt wird. Auch dank unzähliger Stunden, die Billen – ehrenamtlich – in dieses Projekt investiert hat.

Die Kirche, der christliche Glauben, sie sind seit frühester Kindheit ein fester Bestandteil in seinem Leben. Als sechstes von neun Kindern wuchs der Sohn eines Hauptschulrektors in Goch-Hülm auf, in der Dienstwohnung des Schulleiters im Schatten der Kirche. „Das war eine idyllische Zeit“, sagt Billen. Mittags und abends läuteten er und seine Brüder die Kirchenglocke per Hand, ein Foto davon hängt noch immer in der Kirche, auch wenn die Glocke längst elektronisch gesteuert wird. 

Später zog die Familie nach Bedburg-Hau, wo Vater Billen eine neue Stelle angenommen hatte. Doch seine eigentliche Heimat, sagt Stephan Billen, sei zunächst Goch geblieben. Da engagierte er sich in der Jugendarbeit, mit anderen jungen Christen organisierte er Besinnungstage, Frühschichten, Fahrten in die Eifel. „Ich habe Gitarre gespielt, die anderen haben mitgesungen. Und irgendwann wurde daraus ein erster Jugendchor.“ Die Musik hat ihn nie mehr losgelassen, auch nicht als er nach Münster zog, um Theologie und Sozialarbeit zu studieren. 

Nach dem Studium arbeitete Billen einige Jahre beim Kreis Kleve, vermittelte und betreute Pflegekinder, dann wechselte er zur Caritas, nach Emmerich. „Dort war ich für die Gemeindecaritas, Sozial- und Kurberatung zuständig“, erzählt er. Noch heute gibt es das Seniorencafé am Neumarkt, das in seiner Zeit gegründet wurde, ebenso wie die Kleiderkammer in St. Aldegundis. Im Jahr 2000 dann stand erneut ein Wechsel an, zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL)  im Bistum Münster. Heute leitet er die fünf Beratungsstellen der EFL im Kreis Kleve.

Mittlerweile ist Billen in Bedburg-Hau heimisch geworden, er wohnt im Herzen von Schneppenbaum. Er ist präsent im Gemeindeleben: Seit 20 Jahren leitet er den Kinderchor „Buntgemischt und Farbenfroh“, mit dem er regelmäßig Musicals aufführt. Seit 15 Jahren leitet er den Jugendchor „Colourful Voice“. Er spielt in der Musikgruppe „Grubido“. Er gestaltet Familien- und Jugendmessen mit. Er organisiert jährliche Kinderbibeltage. Und nicht zuletzt wegen der unzähligen Stunden, die er in die Planung und Umsetzung der Kinder- und Jugendkirche investiert hat, kennt man ihn in Bedburg-Hau.

Als Weihbischof Rolf Lohmann Billens Engagement bei der Verleihung der Paulusplakette aufzählt, sind das nur einige der Punkte auf einer langen Liste. Über die selbst Billen später staunen wird. „Da kommt“, sagt er lächelnd, „im Laufe der Jahre schon einiges zusammen.“ Und manchmal müsse er aufpassen, bei allem Engagement auch mal auszuspannen. „Ich fahre gerne mit dem Rad, dabei kann ich entspannen. Vielleicht sollte ich das öfters machen“, sagt er nachdenklich. Aber dann ist da wieder diese Energie, die er spürt, wenn Kinder und Jugendliche mit voller Kraft im Chor singen und sich auf ihren Gesichtern die gleiche Freude widerspiegelt, die auch Billen bei der Musik empfindet. Billen ist froh, dass er ein gutes Team hat, das mit ihm zusammen die Chöre leitet, „gerade bei den Kindern ist es wichtig, jüngere Menschen im Team zu haben. Sie können anders mit den Kindern umgehen“, verdeutlicht er.

Und dann ist da natürlich noch die Kinder- und Jugendkirche. Das Modell hat Billen vor vier Jahren gebaut, erst in Gedanken, dann mit Holz und Papier im kleinen Maßstab. Wenn er sich in der Kirche umschaut, kann er es noch immer nicht richtig glauben, was aus der Idee geworden ist. „Dass ich als jemand aus der Gemeinde einen Vorschlag mache, der dann in Vielem so umgesetzt wird, das ist doch großartig. Wann hat man schon so eine Chance in seinem Leben? Das ist einfach ein riesiges Geschenk“, sagt er begeistert – und ist dankbar, dass die Umsetzung auch von Pfarrer Theo Kröll und den Gremien mitgetragen und vorangetrieben wurde. In den kommenden Monaten und Jahren gilt es, das Gebäude der Kinder- und Jugendkirche immer wieder mit neuem Leben zu füllen. „Vorstellbar – und technisch möglich – ist ein Kirchenkino ebenso wie Konzerte und natürlich Familien- und Jugendgottesdienste mit besonderen Akzenten“ – Stephan Billen hat schon viele Ideen, die ihn wohl auch in den kommenden Jahren davon abhalten werden, öfters auf sein Fahrrad zu steigen.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer
09.09.2022

Matomo