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Politiker sprechen mit Weihbischof über gesellschaftlich relevante Themen

Als einen „wichtigen und intensiven Austausch“ hat Weihbischof Rolf Lohmann das Treffen mit Politikerinnen und Politikern beim Niederrhein-Gipfel in Kloster Kamp bezeichnet.

Zum vierten Niederrhein-Gipfel trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche mit Weihbischof Rolf Lohmann im Kloster Kamp. (Foto und Text: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Vierter Niederrhein-Gipfel auf dem Kamper Berg

Der Einladung des Weihbischofs waren Volksvertreterinnen und -vertreter aus der Europa-, Bundes- und Landespolitik gefolgt, außerdem der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link, der Weseler Landrat Ingo Brohl, Kreisdechant Stefan Sühling sowie Vertreter katholischer Bildungseinrichtungen am Niederrhein.

Ein Thema: Die Auswirkungen des Klimawandels auf Land- und Forstwirtschaft in der Region. „Manche Problematik der vergangenen Jahre hat sich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine noch verschärft“, resümierte Weihbischof Lohmann, der außerdem Umweltbischof bei der Deutschen Bischofskonferenz ist, aus seinen Gesprächen mit verschiedenen Experten. Alle Anwesenden waren sich einig, dass auch im Zeichen der Energiekrise weiterhin versucht werden muss, den Klimawandel aufzuhalten. Doch es gab auch mahnende Hinweise, dabei nicht die Menschen außer Acht zu lassen, die diese Bemühungen mittragen müssen. So sagte etwa Bundestagsmitglied Stefan Rouenhoff: „Wir müssen den Klimaschutz voranbringen, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir den sozialen Sprengstoff richtig einschätzen, der mit steigenden Preisen einhergeht. So wichtig der Klimaschutz ist, so wichtig ist es, die soziale Dimension zu erkennen.“ Er habe ansonsten die Sorge, „dass wir denen in die Karten spielen, die nicht das demokratische Grundprinzip verfolgen“.

Viel Platz nahm beim Niederrhein-Gipfel zudem der Austausch über die heutige Rolle der Kirche in der Gesellschaft, insbesondere im Kontext des Missbrauchsskandals, ein. Der Landtagsabgeordnete Günter Bergmann wies auf den Bedeutungsverlust der Kirche hin und stellte, mit Verweis auf den Umgang mit dem Missbrauchsskandal, fest: „Wir müssen uns in der Politik fragen, wie wir mit der Kirche umgehen sollen.“ Es gelte insbesondere, Transparenz zu schaffen, um Missbrauch zu verhindern und Vertrauen zurückzugewinnen. Das sei, erklärte Lohmann, ein Ziel des Synodalen Wegs, bei dem derzeit Reformprozesse in der katholischen Kirche diskutiert werden. Er diene insbesondere der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. „Ich glaube nicht, dass jemals in der Kirche so klar miteinander gesprochen wurde“, sagte der Weihbischof, der aber auch deutlich machte: „Nur wenn sie mit dem Reformweg weiter vorangeht, kann die Kirche überhaupt wieder auf die Füße kommen.“

Er sehe, dass viele Reformen schon in den Pfarreien vor Ort umgesetzt werden, erklärte Landtagsmitglied Stefan Wolters. „Der Reformprozess ist im Gange, daher ist für mich das Glas auch halb voll und nicht halb leer“, betonte er. Ähnlich äußerte sich auch Landrat Brohl: „Ich bin hoffnungsfroh, dass sich einige Menschen nicht entmutigen lassen“, sagte er.

Zum Ende der 2,5-stündigen Diskussionsrunde, moderiert von Kreisdekanatsgeschäftsführer Patrick de Vries, kündigte Weihbischof Lohmann an, die Gespräche im kommenden Jahr fortsetzen zu wollen. „Ich finde es hochinteressant, welche Ratschläge von Ihnen gekommen sind und was Sie zur Kirche zu sagen haben“, wandte er sich an die Politiker. Die starke Zusammenarbeit von kirchlichen und staatlichen Institutionen bei einer dennoch klaren Trennung von Staat und Kirche sei bisher ein Erfolgsmodell gewesen und er hoffe, dass man auch weiterhin „in einem vernünftigen Miteinander sprachfähig bleibt“.

Matomo