Gestohlenes Petrus-Canisius-Reliquiar ist zurück im Bistum Münster

Rund sieben Monate nach der spektakulären Sicherstellung in Frankreich ist ein aus Kevelaer stammendes Reliquiar, das Überreste des Heiligen Petrus Canisius enthält, wieder zurück im Bistum Münster.

Thomas Flammer (2.v.r.) hat das Reliquiar in Frankreich in Empfang genommen. Neben Polizisten und einem Dolmetscher war auch Norbert Vogelgesang (links) vor Ort, der das Kunstobjekt in einem Auktionskatalog entdeckt hatte.

Rund sieben Monate nach der spektakulären Sicherstellung in Frankreich ist ein aus Kevelaer stammendes Reliquiar, das Überreste des Heiligen Petrus Canisius enthält, wieder zurück im Bistum Münster. Diözesankonservator Prof. Dr. Thomas Flammer nahm das im 19. Jahrhundert gefertigte Kunstwerk persönlich im nordfranzösischen Doullens in der Nähe von Amiens in Empfang. Zunächst wird es nun konservatorisch behandelt, bevor es wieder zurück nach Kevelaer gebracht wird.

Damit geht, zumindest für das Bistum und die Pfarrei St. Marien Kevelaer, eine Kriminalgeschichte zu Ende, die im Oktober 2017 mit einem Raub aus der Sakramentskapelle begonnen hatte. Damals hatten Unbekannte das Armreliquiar aus der Kapelle gestohlen, jahrelang fehlte jede Spur. Bis im November 2021 der französisch-deutsche Kunstsammler Norbert Vogelgesang stutzig wurde, als er im Katalog eines kleinen Auktionshauses ein Bild des Reliquiars entdeckte. Noch in der gleichen Nacht kontaktierte er nicht nur die französische Polizei, sondern auch Flammer, der seinerseits die Kreispolizei Kleve informierte. Über Interpol wurde so ein Hilfsgesuch an die Polizei in Frankreich gestellt, die das Kunstobjekt unmittelbar vor der Versteigerung sicherstellen konnte.

Seither wurde das Reliquiar an einem sicheren Ort in Frankreich aufbewahrt, bevor es nun an Flammer übergeben werden konnte. Auch Vogelgesang war zur Übergabe angereist. „Ich musste erst nachweisen, dass ich auch wirklich berechtigt bin, das Reliquiar in Empfang zu nehmen“, erzählt Flammer, „danach habe ich es dann ohne Probleme bekommen und freue mich, dass ich es direkt mit nach Münster nehmen konnte.“ Auf den ersten  Blick, sagt der Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Münster, gibt es nur geringe Schäden am Kunstwerk. „Zur Sicherheit wird es nun an einen Goldschmied übergeben, der mögliche Schäden beheben wird und das Objekt für die Zukunft in seinem Bestand sichert.“ Wie lange das dauere, lasse sich derzeit zwar nicht abschätzen, erklärt Flammer, klar aber sei: „Danach wird das Reliquiar wieder nach Kevelaer zurückkehren, sicherlich noch in diesem Jahr“.

Wallfahrtsrektor Gregor Kauling blickt der Rückkehr freudig entgegen: „Kevelaer ist eng mit dem Heiligen Petrus Canisius verbunden. Der Orden der Canisianer wurde 1854 von dem damaligen Wallfahrtsrektor und späteren Bischof von Münster, Johann Bernhard Brinkmann, im Kevelaerer Priesterhaus gegründet. Daher freue ich mich, wenn mit dem Reliquiar ein wichtiges Andenken an den Heiligen zu uns zurückkehren wird. Bis dahin werden wir überlegen, wie und wo wir es künftig aufbewahren werden.“

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Bistum Münster/Flammer
10.06.2022