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„Für meine Arbeit mit Kindern bekomme ich viel Dankbarkeit zurück“

Die Gitarre von Tobias Aymanns, die er sich auch im Kindergarten immer wieder mal umschnallt, hat schon viel erlebt.

Wenn Tobias Aymanns sich die Gitarre umschnallt wissen die Kinder, dass jetzt das gemeinsame Singen auf dem Programm steht. Die Gitarre des 28-Jährigen hat schon viel miterlebt, davon zeugen die Aufkleber, die das Instrument verzieren. Ganz vorne, neben dem Emblem des örtlichen Sportvereins, leuchtet das Wort „Dorfkind“ in Neonfarbe. „Ich habe schon mein Leben lang hier in Wetten gewohnt und fühle mich hier wohl“, sagt Aymanns, der lange Jahre als Vorsitzender die KLJB geleitet hat, lachend.

Als Kind besuchte er damals den Kindergarten St. Petrus, direkt neben dem Sportplatz. Es war das gleiche Gebäude, in dem sich Aymanns heute immer mal wieder die Gitarre umschnallt, um mit den Kindern zu singen. Auch während seines Studium in Nimwegen konnte er in seinem Heimatdorf bleiben, mit dem Abschluss als Sozialpädagoge in der Tasche arbeitete er zunächst bei einem Träger für Menschen mit Behinderung. „Das war aber im Grunde ein Bürojob und nicht das, was ich machen wollte“, erinnert sich Aymanns, „dann wurde ich darauf aufmerksam, dass im Kindergarten eine Stelle frei war.“ Er wurde eingestellt.

Dass er nicht als Sozialpädagoge, sondern als Erzieher eingestellt ist, hat er für die Arbeit mit Menschen in Kauf genommen. „Es ist für mich sehr spannend, hier mit den ausgebildeten Erzieherinnen zu arbeiten, manchmal gibt es unterschiedliche Ansichten, die wir besprechen. Jeder profitiert davon, einen anderen Blick auf eine Sache kennenzulernen“, ist er sich sicher. Wenn bei den 70 Kindern, um die sich Aymanns und seine Kolleginnen kümmern, eine sozialpädagogische Einschätzung gefragt ist, bringt er seine Erfahrung und seine Sichtweise mit ein. Und die Kolleginnen wiederum stehen Aymanns mit Rat zur Seite, wenn er mal nicht weiterkommt. Im eigenen Dorf zu arbeiten, das könnte auch Probleme bringen, gerade, wenn es mal zu Meinungsverschiedenheiten mit Eltern kommen sollte, das ist ihm bewusst. Aber Aymanns sagt eben auch: „Hier merke ich, wo die Arbeit ankommt und was ich als Erzieher bewirken kann. Für meine Arbeit mit den Kindern bekomme ich viel Dankbarkeit zurück.“

„Ja“, sagt er, der Ruf der Kirche habe einige Kratzer abbekommen. Er sehe aber auch, dass vor Ort viel Präventionsarbeit geleistet wird, um Missbrauch künftig auszuschließen. Unabhängig davon erntet er dennoch immer wieder verwunderte Blicke. „Männer als Erzieher sind noch immer selten. Dabei merke ich im täglichen Umgang mit den Kindern, dass ihnen auch eine männliche Bezugsperson im Kindergarten oft wichtig ist. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, diese Arbeit anzunehmen“, sagt er.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer
05.09.2022

Matomo