Argentinischer Bischof trifft mitten im September Sternsinger in Kranenburg

Drei Jugendliche überreichten als Sternsinger eine Spende an Bischof Corral.

Vor seinem Vortrag feierte Bischof Jose Luis Corral einen festlichen Gottesdienst in der St.-Martinus-Kirche in Kranenburg-Mehr.

Eigentlich beginnt ihre Mission erst wieder Anfang Januar, doch in Kranenburg-Mehr waren die Sternsinger ausnahmsweise schon im September unterwegs. Sie besuchten Bischof Jose Luis Corral aus dem nordargentinischen Bistum Anatuya, der gerade am Niederrhein zu Gast ist. Und weil sie schon da waren, baten sie die übrigen Besucher im Saal des Vereinshauses „Alte Schule“ auch gleich um eine Spende, die sie dem Bischof  überreichten.

Seit vielen Jahren besteht eine enge Verbindung nach Anatuya, für die schon unter dem ersten Bischof des Bistums, Jorge Gottau, der Grundstein gelegt wurde. Entsprechend begrüßte Pfarrer Jörg Monier - gemeinsam mit Dechant Christoph Scholten und dem Leiter der „Aktion Anatuya“, Hans-Jürgen Jacobs - den argentinischen Gast: „Wir freuen uns, dass Sie bei uns sind. Sie sind der fünfte Bischof aus Anatuya, der uns im Laufe der 48-jährigen Partnerschaft hier besucht.“

Corral, der vor dem Treffen im Vereinshaus bereits einen festlichen Gottesdienst in der St.-Martinus-Kirche in Mehr gefeiert hatte, bedankte sich nicht nur für die Einladung, sondern auch „für alles, was Sie für die Diözese Anatuya tun“. Denn es gibt jährlich zahlreiche Aktionen, Initiativen und Partnerschaften, um den Menschen in Nordargentinien möglichst Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Wie etwa die Sternsinger, mit deren Spendenerlös Jahr für Jahr die Anschaffung von Medikamenten ermöglicht wird, die besonders Kindern und den Ärmsten der Armen zugutekommen.

Um einen Einblick in das Leben in seinem Bistum zu vermitteln, hatte Bischof Corral zahlreiche Bilder mitgebracht, die er in einem kurzen Vortrag über die aktuelle Situation in seiner Heimat einband. 180.000 Katholiken leben dort in 24 Pfarreien, oft viele Kilometer voneinander entfernt. Die Straßen jedoch, das zeigten die Bilder eindrücklich, sind oft kaum passierbar. Neun Monate herrscht Trockenheit in dem Land, die Regenfälle in der kurzen Winterzeit sorgen jedoch für schwere Überschwemmungen. Fehlende Angebote für Bildung, hohe Arbeitslosigkeit und eine mangelhafte medizinische Versorgung bringen die Menschen oft in eine verzweifelte Lage, berichtete der Bischof.

Die Kirche versuche, nicht nur spirituelle Hilfe zu geben, sondern auch mit Schulen und Krankenstationen, in denen Ordensschwestern ihren Dienst versehen, konkret vor Ort zu helfen. „Trotz oft dramatischer Umstände gibt es eine große Stärke um Glauben und Vertrauen in Gott“, berichtete der spanisch sprechende Bischof, übersetzt durch den Steyler Pater Heinz Schneider, der Corral während seiner Deutschlandreise begleitet. Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Gäste die Möglichkeit, mit Bischof Corral weiter über die Situation in Anatuya ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen zur „Aktion Anatuya“ gibt es auf der Seite www.anatuya.de im Internet.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer
16.09.2022