Weihbischof Lohmann: Das unfertige Kreuz braucht engagierte Menschen

Manchen der Teilnehmenden gefielen Plakatmotive der Bistumskampagne so gut, dass sie sich damit fotografieren ließen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Thomas Mollen

Bistum startet Imagekampagne im Kreisdekanat Kleve!
Ein neues Logo, ein zugehöriger Slogan und eine unerwartet selbstironische Plakatkampagne für die katholische Kirche im Bistum Münster: Um dies kennen zu lernen, waren mehr als 100 kirchliche Haupt- und Ehrenamtliche aus dem ganzen Kreis Kleve am 14. September 2018 auf die Gaesdonck gekommen. Angesichts der Mittwoch bekannt gewordenen Zahlen und Fakten zum sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche in Deutschland begann das Treffen jedoch anders.
„Die Marke ‚Katholische Kirche‘ ist aktuell so angefragt, dass ich erst dachte: Ein solcher Abend ist nicht möglich“, erklärte Weihbischof Rolf Lohmann zu Beginn. Der Niederrheinbischof zeigte sich erschüttert von der „enorm großen Zahl junger Opfer sexueller Übergriffe“, von der „nachgewiesenen Vertuschung durch kirchliche Verantwortungsträger“ und von der Forschererkenntnis, dass davon auszugehen sei, dass auch heute im kirchlichen Bereich sexueller Missbrauch vorkomme.
„Wir sind seit einigen Jahren auf dem Weg, alles Mögliche zu tun, damit so etwas schreckliches nicht mehr passiert“, betonte Lohmann. Inzwischen gelte die unmissverständliche Regel: „Wo etwas nicht in Ordnung ist, werden notwendige Entscheidungen getroffen und klare Konsequenzen gezogen.“ Der Weihbischof erinnerte an die Aussagen von Papst Franziskus, der sexuellen Missbrauch durch Seelsorger als "abscheuliches Verbrechen" und als "Quelle des Schmerzes und der Scham für die katholische Gemeinschaft" bezeichnet hatte.
Erst nach diesen klarstellenden Worten ging es um die Imagekampagne – und damit vor allem um das Thema Beziehung. „Wo katholische Kirche drin ist, soll auch katholische Kirche draufstehen“ – das war ein Ergebnis der vor mehr als drei Jahren vom Bistum in Auftrag gegebenen Zufriedenheitsstudie. Ein neues Logo samt dem Claim „Für dein Leben gern.“ soll nun mehr Verbindung schaffen und Identität stiften.
Zum neuen Logo, das aus einem Kreuz besteht, dem der rechte Balken fehlt, sagte der Weihbischof: „Vom Kreuz als Marke geht die starke Botschaft von Hingabe und Liebe aus.“ Bei diesem Logo komme hinzu: „Das Kreuz ist unfertig.“ Es stehe dafür, dass Christen nicht auf alles Antworten hätten. „Die Botschaft ist jeden Tag eine Herausforderung“, stellte Lohmann klar, „sie braucht engagierte Menschen.“
Zum Claim „Für dein Leben gern.“ äußerte sich Kreisdechant Johannes Mecking. Er verstehe diesen Slogan so: „Es geht nicht um ‚mein Leben‘, sondern um ‚dein Leben‘: Es geht um eine konkrete Person, der Einzelne zählt für uns mit seiner persönlichen Lebensgeschichte.“
Von den teils provokanten, humorvollen und überzeichneten Fotos und Sprüchen der groß angelegten Plakataktion zeigten sich viele der Teilnehmenden vom Niederrhein vor allem überrascht. Die Kampagne hat das Ziel, über die Vielfalt der Angebote der katholischen Kirche im Bistum zu informieren. Manche der selbstironischen Motive sorgten aber auch für Gesprächs- und Diskussionsbedarf. Nicht allen gefielen alle Plakate, doch unterm Strich gab es viel Zustimmung. „Es ist gut und originell, das so zu machen“, lobte der Kreisdechant. „Das brauchen wir“, hob der Weihbischof hervor, „ich freue mich über die Entschiedenheit und den Mut, wie das angegangen wird.“
Und weil es dem Bistum darum geht, Beziehungen zu stärken, hatten die Ehren- und Hauptamtlichen nach der Präsentation ausreichend Zeit, bei bestem Wetter unter freiem Himmel hinter der Bischöflichen Schule bei Gegrilltem, Getränken und live-Begleitmusik Kontakte zu pflegen und ins Gespräch zu kommen. (pbm/mw)

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